Normal ist die nicht, die Schwarzmann. Und in ihrem neuen Programm „So schee kons Lebn sei!“ ist
die oberbayerische Musik-Kabarettistin Martina Schwarzmann sogar noch unnormaler als vorher
schon. Denn normale Leut' machen sich eher selten Gedanken darüber, warum der weiße und der
rote Presssack nicht als angesagter Lifestyle-Food Karriere gemacht haben. Normale Leut' fragen sich
nicht, ob es den Osterhasen rektal überfordern könnte, wenn er heutzutage statt runden Eiern eckige
Playstations legen muss. Und normale Leut' verführen schon gar keine unschuldigen Japaner auf dem
Oktoberfest zum Austrinken des Weißwurstwassers. Die Schwarzmann, die macht so was.
Andauernd. Und das Publikum ist begeistert, dass sie so schee unnormal ist.
Die überstrapazierten großen Fragen des Daseins, Mann und Frau und Einkaufen bei Ikea, lässt
Martina Schwarzmann in ihrem dritten Programm entschiedener denn je links liegen. Ihr Thema ist der
große Wahnsinn im Kleinen. Das Unheil in der heilen Welt. Zum Beispiel der Wertstoffhof , wo der
Wertstoffhofkönig regiert, und wo man sich kaum hintraut mit seinem Glump, weil man sich garantiert
wieder irgendwo versortiert hat und vom Recycling-Regenten deshalb gnadenlos vom Hof gejagt wird.
Irgendwann wird sie ihn vom Auftragskiller meucheln lassen, den Wertstoffhofkönig, verspricht
Martina. Und die Zuschauer würden wahrscheinlich am liebsten gleich mit dem Sammeln anfangen,
damit das Geld für den Wertstoffhofkönigsmörder möglichst schnell zusammenkommt.
Denn: Jeder kennt sie, die Figuren, die das schräge Schwarzmann-Universum bevölkern, die die 28-
jährige in ihren Liedern, Gstanzln und Gedichten lebendig werden lässt. Sie sind unter uns, die „Erika
von de Esoteriker“, oder die bayerischen Eltern, die aus ihren Kindern „Preißn machen“. Oder auch
die Ganzgenaubescheid-Wisser, die weltexklusiv durchschaut haben, dass der Aldi und der Lidl in
Wahrheit zusammengehören, und dass es bloß noch keiner weiß.
|